Die NovaHealth Solutions AG wächst stetig. Immer mehr Arztpraxen und kleine Kliniken nutzen die Softwarelösungen des Unternehmens – und damit steigt auch die Anzahl der eingesetzten Endgeräte: Mitarbeiter arbeiten mit Laptops im Büro und im Homeoffice, Ärzte greifen über Tablets auf Patientendaten zu, und Server verarbeiten täglich große Mengen sensibler Gesundheitsinformationen.

„Tom, ich habe gerade gehört, dass unser Monitoring-System ungewöhnlichen Datenverkehr von einem Laptop eines Arztes in einer unserer Kunden-Kliniken meldet. Das sollten wir uns ansehen.“
„Wir sind schon dran. Wie es aussieht, wurde über eine scheinbar harmlose E-Mail Schadsoftware eingeschleust. Der betroffene Rechner hatte veraltete Software, zu weitreichende Benutzerrechte und keine ausreichende Absicherung der Schnittstellen. Innerhalb weniger Minuten konnte sich die Schadsoftware im Klinik-Netzwerk ausbreiten und auf mehrere Systeme zugreifen. Glücklicherweise ist das Problem auf ein Netzsegment begrenzt.“

Der Vorfall zeigt deutlich: Nicht das Rechenzentrum, sondern ein einzelnes Endgerät wurde zum Einfallstor. Jeder Laptop, jedes Tablet und jedes mobile Gerät stellt eine potenzielle Schwachstelle dar – und gleichzeitig einen entscheidenden Punkt für die Verteidigung.
Ein Endgerät (engl. Endpoint) ist ein netzwerkfähiges IT-System, das direkt von Benutzern oder Anwendungen genutzt wird und dabei Daten verarbeitet, speichert oder bereitstellt. Es stellt den Endpunkt einer Kommunikation dar, an dem Informationen erzeugt, verändert oder konsumiert werden.
Typische Endgeräte sind beispielsweise
Im Gegensatz dazu zählen reine Netzwerkinfrastruktur-Komponenten wie Router, Switches oder Access Points in der Regel nicht zu den Endgeräten, da sie primär der Weiterleitung und Vermittlung von Daten dienen und nicht der direkten Nutzung durch Anwender oder Anwendungen.
Endgeräte – oder Endpoints – sind häufig Ziel von Angriffen. Sie bilden die Schnittstelle zwischen Mensch und IT-Systemen und genau dort passieren die meisten Fehler und Angriffe. Das liegt auch daran, dass es bei Endgeräten häufig um Benutzerfreundlichkeit und Bedienbarkeit geht. Es kann also nicht jedes Endgerät auf maximalen Schutz ausgelegt werden, da es oft einen Konflikt zwischen Usability und Security gibt. Zudem hängt es hier in vielen Szenarien auch vom Verhalten des Benutzers ab, wie sicher das Gerät betrieben wird.
Endgeräte bieten in der Regel mehr Angriffsfläche als Server oder Netzwerk-Komponenten an. Nachfolgend sind typische Angriffsflächen aufgeführt. Klicke auf die Titel für nähere Informationen:

Software ist die größte und dynamischste Angriffsfläche eines Endgeräts, weil sie:
Jeder installierte Dienst und jede Anwendung vergrößert die Angriffsfläche. Zur Angriffsfläche gehören:

Netzwerkzugänge umfassen alle Schnittstellen und Kommunikationswege, über die ein Endgerät mit anderen Systemen im Netzwerk kommuniziert und Daten sendet oder empfängt. Dazu gehören sowohl die physischen Verbindungen (kabelgebunden oder drahtlos) als auch die logischen Zugriffspunkte, z.B. Dienste oder Ports.
Zu den typischen Bestandteilen der Netzwerk-Angriffsfläche gehören:

Benutzer sind ein zentraler Bestandteil jedes IT-Systems, aber sie handeln nicht immer sicherheitsbewusst, lassen sich beeinflussen und machen Fehler. Benutzerverhalten beschreibt alle Handlungen und Entscheidungen von Anwendern, die Einfluss auf die Sicherheit eines Endgeräts haben (z.B. Umgang mit E-Mails, Passwortverhalten, Software-Nutzung, Umgang mit Daten und Geräten, etc.)
Zu den Angriffsflächen gehören:
Die typischen Angriffstechniken gegen Benutzer haben wir bereits in B2 behandelt.

ein oft unterschätzter, aber extrem kritischer Teil der Angriffsfläche. Sobald ein Angreifer physischen Zugriff hat, greifen viele technische Schutzmaßnahmen nur noch eingeschränkt. Physischer Zugriff bedeutet: Ein Angreifer kann ein Gerät direkt berühren, manipulieren oder mitnehmen.
Das hebt viele Schutzmechanismen teilweise oder vollständig aus:
Grundsätzlich gilt: Es gibt keine lokale Sicherheit! Hat der Angreifer physischen Zugriff auf das System, kann er in der einen oder anderen Form die Kontrolle darüber übernehmen. Die Risiken sind insbesondere:

Konfiguration beschreibt alle Einstellungen und Parameter, die bestimmen, wie ein System funktioniert, welche Funktionen aktiv sind und wer worauf zugreifen darf. das umfasst:
Ein System kann technisch sicher entwickelt sein, aber durch falsche Konfiguration unsicher betrieben werden. Typische Risiken sind:
Dies kann zur Umgehung von Sicherheitsmechanismen, zu unautorisiertem Zugriff, Privilege Escalation, Datenlecks und anderen Problemen führen.
All dies ist Grund genug, sich intensiv mit der Absicherung von Endgeräten zu beschäftigen und strukturierte, gut geplante Sicherheitsmechanismen zu implementieren. Nachfolgend schauen wir uns die Bedrohungen für Endgeräte (Endpoints) genauer an.
Hast du gut aufgepasst? Teste dein neu erworbenes Wissen und beantworte die folgenden Quizfragen: